Hoi An und Da Nang liegen nur eine knappe Autostunde auseinander und ergänzen sich ideal: Hier die gelb getünchte Altstadt eines ehemaligen Handelshafens, in dem sich ab dem späten 16. Jahrhundert japanische und chinesische Kaufmannsfamilien niederließen, dort eine moderne Küstenstadt mit langem Sandstrand, Bergen und einer der besten Streetfood-Szenen des Landes. Die Altstadt von Hoi An ist seit 1999 UNESCO-Welterbe, ebenso die Cham-Tempelruinen von My Son im Hinterland. Seit Juli 2025 gehören beide Orte verwaltungstechnisch zur neu zugeschnittenen Stadt Da Nang, nachdem die Provinz Quang Nam aufgelöst wurde. Auf Karten und Buchungsseiten tauchen daher teils neue Bezeichnungen auf.
Beste Reisezeit
Die angenehmste Zeit ist Februar bis April. Dann liegen die Tageshöchstwerte bei etwa 26 bis 31 Grad, und es gibt nur rund fünf bis sechs Regentage im Monat. Für Altstadtbummel, Radtouren und Ausflüge nach My Son ist das ideal.
Mai bis August ist die klassische Badesaison: trocken genug, aber sehr heiß mit Höchstwerten um 33 bis 34 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit. Sightseeing verlegst du dann besser in den frühen Morgen und den Abend.
Meiden solltest du September bis Dezember. Dann bringt der Nordostmonsun viel Regen, im Oktober und November sind es rund 20 Regentage, und von September bis November ziehen immer wieder Taifune über die Küste. Die Altstadt von Hoi An wird laut Wikivoyage regelmäßig im November überflutet, Bootsfahrten fallen an solchen Tagen aus. Der Januar ist ein Übergangsmonat mit milden 25 Grad, aber noch häufigem Nieselregen.
Anreise & unterwegs vor Ort
Aus Deutschland gibt es keine Direktflüge nach Da Nang (DAD). Mit einem Umstieg, etwa in einem Drehkreuz am Golf oder in Asien, bist du ab rund 14 Stunden unterwegs. Der Flughafen liegt nur etwa drei Kilometer vom Zentrum Da Nangs entfernt, ein Taxi in die Stadt kostet laut Wikivoyage um 70.000 VND. Nach Hoi An fährst du rund 45 Minuten. Mit der App Grab werden dafür etwa 300.000 bis 400.000 VND fällig, also grob 10 bis 13 € (Stand 2025). Alternativ gibt es Shuttlebusse, die pro Person deutlich günstiger sind.
Vor Ort ist Grab das wichtigste Verkehrsmittel für Auto- und Motorradfahrten, weil der Preis vorab feststeht. In Hoi An selbst kommst du am besten zu Fuß oder mit dem Fahrrad voran. Viele Unterkünfte verleihen Räder kostenlos, ansonsten zahlst du um 20.000 VND pro Tag. Die Altstadt ist zu festen Zeiten am Vor- und Nachmittag sowie abends für Motorräder gesperrt. Für Ausflüge nach My Son oder zum Hai-Van-Pass bietet sich ein Fahrer oder eine Tour an.
Die schönsten Orte & Sehenswürdigkeiten
- Japanische Brücke (Chua Cau): Das Wahrzeichen Hoi Ans wurde von japanischen Händlern Ende des 16. Jahrhunderts gebaut. Nach zweijähriger Restaurierung ist die Brücke seit August 2024 wieder geöffnet. Der Zugang ins Innere zählt als ein Posten des Altstadt-Tickets.
- Altstadt-Ticket und Versammlungshallen: Für 120.000 VND (ca. 4 €, Stand 2025) erhältst du Zutritt zu fünf von gut 20 historischen Gebäuden. Ein Klassiker ist die prächtige Versammlungshalle der Fujian-Chinesen. Trag das Ticket bei dir, es wird an den Gebäuden kontrolliert.
- Laternenboot auf dem Thu-Bon-Fluss: Nach Sonnenuntergang starten kleine Boote für eine rund 15-minütige Runde. Ein Boot für bis zu fünf Personen kostet etwa 170.000 bis 220.000 VND (Stand 2024). Besonders stimmungsvoll, aber auch voll, ist es an Vollmondabenden.
- My Son: Die Tempelstadt der Cham entstand zwischen dem 4. und 13. Jahrhundert und liegt etwa 36 Kilometer von Hoi An entfernt im Hügelland. Viele Bauten wurden im Vietnamkrieg zerstört, die erhaltenen Ziegeltürme sind trotzdem eindrucksvoll. Der Eintritt liegt bei rund 150.000 VND inklusive Elektro-Shuttle (Stand 2025), geöffnet ist ab 6 Uhr. Früh zu kommen lohnt sich wegen Hitze und Tourgruppen.
- Marmorberge (Ngu Hanh Son): Fünf Kalk- und Marmorfelsen zwischen Da Nang und Hoi An, benannt nach den fünf Elementen. Am Thuy Son erreichst du über 156 Stufen oder einen Aufzug Höhlen, Pagoden und Aussichtspunkte. Eintritt ca. 40.000 VND, der Aufzug kostet extra (Stand 2025).
- Son-Tra-Halbinsel und Linh-Ung-Pagode: Nordöstlich von Da Nang thront eine 67 Meter hohe Statue der Göttin der Barmherzigkeit über der Bucht. Die Anfahrt mit Grab oder Roller ist unkompliziert, die Aussicht auf Stadt und Strand ist am späten Nachmittag am schönsten.
- Drachenbrücke in Da Nang: Die 2013 eröffnete Brücke über den Han-Fluss speit laut Wikivoyage samstags und sonntags um 21 Uhr Feuer und Wasser. Die besten Plätze am Ufer sind schon vorher belegt.
- Ba Na Hills mit Goldener Brücke: Die Seilbahn führt in ein Freizeitareal mit Themenpark und der von Riesenhänden getragenen Fußgängerbrücke. Das Ticket kostet je nach Quelle knapp bzw. rund 1.000.000 VND, also etwa 32 bis 35 € (Stand 2026). Wer ohne Gedränge fotografieren will, nimmt eine der ersten Gondeln.
Essen & Trinken
Zentralvietnam hat eine eigenständige Küche. In Hoi An solltest du Cao Lau probieren, feste Reisnudeln mit Schweinefleisch, Kräutern und knusprigen Teigstücken. Mi Quang sind breite, gelbe Nudeln mit wenig, kräftiger Brühe, dazu Garnelen, Schwein oder Huhn. Die gedämpften Teigtaschen White Rose und knusprige Banh Xeo gehören ebenfalls dazu. In Da Nang sind Bun Cha Ca (Nudelsuppe mit Fischfrikadellen) und Bun Mam mit fermentierter Fischsauce typisch, außerdem frische Meeresfrüchte in den Strandlokalen an der Uferstraße.
Hoi An gilt außerdem als eine der besten Adressen für Banh Mi. Bekannt sind vor allem Banh Mi Phuong in der Phan Chau Trinh und Madam Khanh – The Banh Mi Queen in der Tran Cao Van, beide mit entsprechend langen Schlangen zur Mittagszeit.
Günstig und authentisch isst du auf Märkten: Die Markthalle von Hoi An am Flussufer hat einen Bereich mit Garküchen, in denen Cao Lau und Mi Quang serviert werden. In Da Nang lohnen sich der Han-Markt nahe der Uferpromenade und der größere Con-Markt, bekannt für seine Imbissgassen. Ein einfaches Gericht an einem Stand kostet etwa 20.000 bis 50.000 VND (ca. 1 bis 2 €, Stand 2025), in Restaurants mit Touristenpublikum zahlst du ein Mehrfaches.
Geheimtipps & was Reisende empfehlen
Reiseportale raten, für das Laternenboot direkt nach Sonnenuntergang ans Ufer zu gehen: Dann sind die Schlangen an den Ticketständen noch kurz und das Licht ist gut für Fotos.
Buche die Fahrt an den festen Ticketständen am Ufer und kläre den Preis vor dem Einsteigen.
Wer sich Kleidung nähen lassen will, sollte laut Wikivoyage keine Schneider nehmen, die von der Unterkunft oder von Fahrern empfohlen werden, weil dabei oft Provisionen fließen. Plane mehrere Anproben ein und prüfe die Maße genau.
Für einen ruhigen Halbtag bieten sich das Gemüsedorf Tra Que zwischen Hoi An und dem Strand sowie der Wasserkokoswald von Cam Thanh mit seinen runden Korbbooten an. Beide erreichst du bequem mit dem Fahrrad. Als entspanntere Alternative zum Hotelstrand Cua Dai wird oft der Strand von An Bang nördlich der Stadt genannt.
Kosten & Budget
- Streetfood und Marktessen: ca. 1 bis 2 € pro Gericht (Stand 2025)
- Mittelklasse-Restaurant: laut Wikivoyage ca. 50.000 bis 110.000 VND pro Gericht oder Menü, gehobene Menüs ab ca. 500.000 VND
- Fahrradmiete: um 1 € pro Tag, oft gratis in der Unterkunft (Stand 2025)
- Grab vom Flughafen nach Hoi An: ca. 10 bis 13 € (Stand 2025)
- Eintritte: Altstadt-Ticket ca. 4 €, My Son ca. 5 €, Marmorberge ca. 1,50 €, Ba Na Hills ca. 32 bis 35 € (Stand 2025/2026)
- Unterkunft: Homestays und einfache Gästehäuser sind sehr günstig, Boutiquehotels in Altstadtnähe liegen im mittleren Bereich, die Strandresorts an der Küste zwischen Da Nang und Hoi An sind deutlich teurer.
Praktische Tipps
- Geld: Landeswährung ist der Vietnamesische Dong (VND). Geldautomaten gibt es überall, Karten werden in Hotels und vielen Restaurants akzeptiert. Für Märkte, Garküchen und kleine Läden brauchst du Bargeld.
- Trinkgeld: Es ist nicht verpflichtend. In Restaurants mit Service und bei Guides oder Fahrern wird ein kleiner Betrag aber gern gesehen.
- Kleidung & Etikette: In Pagoden und Tempeln sollten Schultern und Knie bedeckt sein. Vor dem Betreten von Privathäusern und manchen Tempeln ziehst du die Schuhe aus.
- Strom: 220 Volt. Viele Steckdosen nehmen Eurostecker auf, ein Universaladapter schadet trotzdem nicht.
- Internet: Eine lokale SIM-Karte oder eSIM ist günstig und schnell eingerichtet, WLAN ist in Unterkünften und Cafés Standard.
- Zeit: Vietnam hat keine Sommerzeit. Der Unterschied zu Deutschland beträgt im Winter +6 und im Sommer +5 Stunden.
- Einreise & Sicherheit: Die Regeln für Visum und Einreise ändern sich immer wieder. Prüfe vor der Buchung die aktuellen Hinweise des Auswärtigen Amts und die offizielle vietnamesische E-Visum-Seite. Im Straßenverkehr ist Vorsicht angebracht, besonders beim Rollerfahren ohne Erfahrung. In der Monsun- und Taifunzeit solltest du Wetterwarnungen verfolgen.
Fazit
Zentralvietnam ist ideal, wenn du Kultur, gutes Essen und Strand in einem Urlaub verbinden möchtest, ohne ständig die Unterkunft zu wechseln. Die historische Altstadt von Hoi An spricht Architektur- und Fotofans an, Da Nang punktet mit Stadtstrand, Aussichtspunkten und Streetfood. Plane die Reise zwischen Februar und August, dann spielt das Wetter meist mit.
