Hurghada ist aus einem kleinen Fischerdorf am Roten Meer entstanden und hat sich seit den 1980er-Jahren zu einem der wichtigsten Badeorte Ägyptens entwickelt. Der Reiz liegt vor allem unter Wasser: Das Meer ist über weite Teile des Jahres klar und ruhig, Korallenriffe beginnen oft direkt vor den Hotelstränden, und die Giftun-Inseln liegen nur eine kurze Bootsfahrt entfernt. Dazu kommen ganzjährig Sonne, kurze Flugzeiten ab Deutschland und eine große Bandbreite an Unterkünften – vom einfachen Stadthotel in Dahar bis zum weitläufigen Resort in Sahl Hasheesh oder in der Lagunenstadt El Gouna.
Beste Reisezeit
Regen spielt in Hurghada praktisch keine Rolle: In allen zwölf Monaten liegt die Zahl der Regentage bei null, Monsun- oder Sturmsaisons gibt es nicht. Entscheidend ist deshalb die Hitze.
- März bis Mai: Tageshöchstwerte von etwa 25 bis 32 °C – angenehm für Strand, Bootstouren und Ausflüge. Für viele die beste Zeit.
- Juni bis September: Mit 33 bis 35 °C sehr heiß. Schnorcheln und Tauchen machen trotzdem Spaß, Ausflüge ins Landesinnere wie nach Luxor werden aber anstrengend.
- Oktober und November: Mit 30 bzw. 26 °C wieder ideal, das Meer ist nach dem Sommer noch angenehm warm.
- Dezember bis Februar: Tagsüber etwa 22 bis 23 °C, abends deutlich kühler. Gut für Sonne und Besichtigungen; zum Baden empfinden manche das Wasser dann als frisch, ein Neoprenanzug hilft beim Schnorcheln.
Die Preise steigen vor allem in den deutschen Schulferien (Ostern, Herbst, Weihnachten/Neujahr).
Anreise & unterwegs vor Ort
Der internationale Flughafen Hurghada (HRG) wird aus vielen deutschen Städten direkt angeflogen, die Flugzeit liegt bei rund 4,5 Stunden. Er befindet sich etwa 15 km südlich des Zentrums. Die meisten Pauschalreisenden werden per Hoteltransfer abgeholt. Für ein Taxi vom Flughafen nach Sekalla nennt Wikivoyage eine Größenordnung von rund 200 ägyptischen Pfund (Stand 2024); Taxifahrer verlangen von Touristen aber häufig deutlich mehr, den Preis also immer vor der Fahrt festlegen.
Entspannter sind Fahrdienst-Apps wie Uber oder Careem, bei denen der Preis vor Fahrtantritt feststeht. Für die Ankunft am Flughafen oder sehr frühe Abflüge ist ein vorab gebuchter Transfer trotzdem die verlässlichere Wahl. Innerhalb der Stadt fahren Minibusse (Microbusse) entlang der Hauptstraßen, etwa zwischen Sheraton Street und Dahar – sehr günstig, aber ohne festen Fahrplan.
Die Stadt gliedert sich grob in drei Zonen: Dahar im Norden ist die ursprüngliche Altstadt mit Basar und einfachen Hotels, Sekalla mit Marina und Hafenmoschee ist das touristische Zentrum, und entlang der rund 20 km langen Küste nach Süden reihen sich die großen Resorts. El Gouna liegt rund 20 km nördlich, Sahl Hasheesh etwa 20 km südlich.
Die schönsten Orte & Sehenswürdigkeiten
- Giftun-Inseln: Die beiden Inseln Giftun Kebir und Giftun Soraya liegen vor der Küste und stehen unter Naturschutz. Speedboote brauchen etwa 20 bis 30 Minuten, normale Ausflugsboote bis zu einer Stunde. Beliebt sind Schnorcheltouren mit Stopps an mehreren Riffen und Badepausen an Stränden wie Orange Bay oder dem Beach-Club Mahmya. Eine Nationalpark-Gebühr von einigen Euro wird oft bar am Hafen erhoben und ist nicht immer im Tourpreis enthalten.
- Hurghada Marina: Der Jachthafen in Sekalla mit rund 200 Liegeplätzen und einer Promenade voller Cafés, Restaurants und Bars. Am schönsten am späten Nachmittag und abends, wenn es kühler wird.
- El-Mina-Moschee: Die große weiße Moschee am Hafen ist das Wahrzeichen von Sekalla. Besonders stimmungsvoll bei Sonnenuntergang; bei einem Besuch Schultern und Knie bedecken.
- Dahar und der Basar: Hier zeigt sich das ägyptische Alltagsleben mit Gewürz- und Souvenirständen, einem Obst- und Gemüsemarkt und einer koptischen Kirche. Das Viertel erkundest du am besten zu Fuß.
- Hurghada Grand Aquarium: Gut für Familien oder einen Tag ohne Meer. Laut Wikivoyage täglich 9–19 Uhr geöffnet, der Eintritt für ausländische Gäste lag bei rund 33 US-Dollar (Stand 2024).
- El Gouna: Die 1990 gegründete Lagunenstadt ist auf rund 20 Inseln gebaut. Rund um die Abu Tig Marina und die Fußgängerzone Tamr Henna in Downtown gibt es Restaurants, Cafés und Boutiquen; die Lagunen gelten zudem als gutes Revier für Kitesurfer.
- Sahl Hasheesh: Ruhige Resortbucht mit Promenade, einer als „Old Town“ gestalteten Einkaufs- und Restaurantzone und einer langen Holzpier. Vor der Küste liegt die „Sunken City“, eine künstlich angelegte Unterwasserkulisse, die sich zum Schnorcheln eignet.
- Tagesausflug nach Luxor: Rund 280 km und je nach Verkehr 4 bis 5 Stunden Fahrt pro Strecke. Typisches Programm: Karnak-Tempel, Tal der Könige, Hatschepsut-Tempel und Memnon-Kolosse. Die Abholung erfolgt meist zwischen 3 und 5 Uhr morgens, der gesamte Tag dauert oft 17 Stunden oder mehr. Wer es entspannter mag, plant eine Übernachtung in Luxor ein.
Essen & Trinken
Die ägyptische Küche ist bodenständig und günstig. Typisch sind Koshari (Reis, Nudeln, Linsen und Kichererbsen mit Tomatensauce und Röstzwiebeln), Ful (Bohnenmus), Ta'amiya (ägyptische Falafel) sowie Mezze wie Hummus und Baba Ghanoush. Am Roten Meer steht frischer Fisch im Mittelpunkt: In vielen Fischlokalen wählst du den Fang direkt an der Auslage aus und bestimmst, ob er gegrillt oder frittiert wird.
- Al Halaka Fish Restaurant: Etabliertes Fischlokal an der Hafenmoschee in Sekalla, mit Terrasse und Blick aufs Wasser. Laut Restaurantguru täglich 12–24 Uhr geöffnet, Richtwert 400–1.400 Pfund pro Person (Stand 2026). Fisch aussuchen, Zubereitung wählen, dazu Salate und Mezze.
- Koshari-Lokale in Dahar: Rund um den Basar gibt es einfache Lokale, in denen Einheimische Koshari essen – satt wirst du hier für sehr wenig Geld.
- Pier 88 in El Gouna: Italienisch ausgerichtetes Restaurant direkt an der Abu Tig Marina, eher gehobenes Preisniveau.
Alkohol gibt es in Hotels ab etwa drei Sternen und in touristischen Lokalen, in einfachen ägyptischen Restaurants dagegen meist nicht. Leitungswasser solltest du nicht trinken; das Auswärtige Amt weist zudem auf Magen-Darm-Infektionen nach Aufenthalten am Roten Meer hin – achte deshalb auf Hygiene beim Essen.
Geheimtipps & was Reisende empfehlen
- Luxor-Tour gut auswählen: In Bewertungen auf HolidayCheck loben viele Reisende kompetente deutschsprachige Guides, kritisieren aber enge Minibusse, eine unterschätzte Fahrzeit und lange Verkaufsstopps in Papyrus- oder Steinmetzwerkstätten. Oft empfohlen wird, vorher zu klären, wie viel Zeit an den Monumenten bleibt, oder gleich eine private Tour zu buchen.
- Frühstückspaket: Wer um 3 oder 4 Uhr abgeholt wird, bekommt in vielen Hotels auf Nachfrage am Vorabend ein Lunchpaket.
- Bargeld in Pfund: An den Tempeln wird in ägyptischen Pfund bezahlt, Wechselstuben gibt es dort nicht. Kleine Scheine für Trinkgelder sind nützlich.
- Dahar per App ansteuern: Ein Reiseblog aus Hurghada empfiehlt, sich per Uber oder Careem direkt zum Midan El Dahar fahren zu lassen – die Fahrt von der Sheraton Street kostet nur wenig.
Kosten & Budget
Richtwerte (Stand 2024–2026, der Wechselkurs des Pfunds schwankt stark):
- Essen: Koshari oder Straßensnack für wenige Euro; Fischrestaurant etwa 400–1.400 Pfund pro Person.
- Transport: Kurze Stadtfahrten per App sind meist deutlich günstiger als Straßentaxis; Flughafen–Sekalla per Taxi um 200 Pfund (2024).
- Ausflüge: Giftun-Schnorcheltour ab ca. 15–25 € pro Person inklusive Mittagessen, zuzüglich Parkgebühr; Orange Bay um 17 €, Mahmya um 90 € (Anbieterangaben 2026). Private Luxor-Tour ab ca. 150 € pro Person (Stand 2024), Gruppentouren deutlich günstiger, Nilüberfahrt ca. 10 € extra.
- Eintritte: Grand Aquarium rund 33 US-Dollar, Hurghada Museum rund 200 Pfund (Stand 2024).
- Unterkunft: Einfache Stadthotels in Dahar sind am günstigsten, All-inclusive-Resorts an der Südküste, in Sahl Hasheesh und El Gouna liegen deutlich höher.
Praktische Tipps
- Einreise: Deutsche benötigen ein Visum, das es bei Ankunft am Flughafen gibt (Richtwert rund 30 US-Dollar, Stand 2026) oder vorab als E-Visum. Ein Reisepass mit mindestens sechs Monaten Gültigkeit wird empfohlen. Regeln und Gebühren ändern sich – prüfe sie vor der Reise beim Auswärtigen Amt.
- Geld: Währung ist das Ägyptische Pfund. Hotels und größere Restaurants akzeptieren Karten, auf Märkten und für Trinkgelder brauchst du Bargeld.
- Trinkgeld: Bakschisch gehört zum Alltag – für kleine Dienste an Sehenswürdigkeiten sind Beträge um 20–50 Pfund üblich.
- Kleidung: In Resorts ist Badekleidung normal, in Dahar, auf Märkten und in Moscheen solltest du Schultern und Knie bedecken.
- Strom: In der Regel passen Eurostecker.
- Internet: Auf Wüstenstrecken gibt es teils keinen Empfang.
- Riffschutz: Korallen nicht anfassen und nicht darauf stehen, keine Fische füttern und riffschonende Sonnencreme verwenden. Badeschuhe schützen vor scharfen Korallen und Seeigeln. Die Umweltorganisation HEPCA betreut Hunderte Bojen, damit Boote nicht auf dem Riff ankern.
- Haie: Das Auswärtige Amt weist darauf hin, dass es in seltenen Fällen zu tödlichen Zwischenfällen mit Haien kommen kann. Befolge Badeverbote und Hinweise von Hotels und Tauchbasen.
- Sicherheit: Das Auswärtige Amt warnt unter anderem vor Belästigungen in Urlaubsorten und vor betrügerischen Taxifahrern; für Überlandfahrten, etwa nach Luxor, sind organisierte Touren üblich. Die Lage kann sich ändern – lies vor der Reise die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts auf der Länderseite Ägypten.
Fazit
Hurghada ist ideal für alle, die unkompliziert Sonne tanken und das Rote Meer erleben wollen – Schnorchler, Taucher, Familien und Kitesurfer kommen gleichermaßen auf ihre Kosten. Wer Ruhe sucht, ist in Sahl Hasheesh oder El Gouna gut aufgehoben, wer Alltag und günstiges Essen mag, erkundet Dahar und Sekalla. Mit einem Ausflug nach Luxor lässt sich der Badeurlaub um echte Kulturgeschichte ergänzen.
