Travelzy Reiseführer Seychellen

Seychellen Reiseführer: Inselhopping, Monsunzeiten & kreolische Küche

Mahé, Praslin und La Digue: wann Monsun und Passat welche Strände prägen, wie du zwischen den Inseln reist und wo du kreolisch isst.

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Travelzy Redaktion 7 Min. Lesezeit · Stand 30. Sept. 2026

Die Seychellen sind vor allem für ihre Granitinseln bekannt: Auf Mahé, Praslin und La Digue liegen glatt geschliffene Felsbrocken an feinsandigen Buchten, dahinter steigen dicht bewachsene Hügel auf. Dazu kommen Naturschätze, die es nur hier gibt, etwa die Coco-de-Mer-Palme mit dem größten Samen der Pflanzenwelt und der seltene Seychellen-Vasapapagei. Die kreolische Küche mit Kokos-Currys, fangfrischem Fisch und viel Chili ist ein weiterer Grund für die Reise. Günstig ist das Ziel nicht, mit Take-aways und Bussen lässt sich aber sparen.

Beste Reisezeit

Die Tageshöchstwerte liegen das ganze Jahr zwischen etwa 28 und 31 °C, eine echte Trockenzeit gibt es nicht. Zwei Windsysteme bestimmen das Wetter und sogar die Wahl des Strandes.

  • Nordwest-Monsun (ca. Dezember bis März): Die feuchteste Zeit mit schwachem Wind, hoher Luftfeuchtigkeit und sattgrüner Landschaft. Dezember und Januar sind am regenreichsten, mit rund 17 Regentagen pro Monat. Die Schauer sind oft heftig, aber meist kurz. In dieser Phase schwemmt es Seegras an die Côte-d'Or-Strände auf Praslin, und an Mahés Nordwestküste, etwa in Beau Vallon, können Wellen und Strömungen kräftig sein.
  • Südost-Passat (ca. Mai bis September): Kühler (um 28 °C), deutlich trockener, mit nur 8 bis 10 Regentagen im Monat, aber windiger. Die See ist unruhiger, besonders im Südwesten von Mahé, und an Praslins Südküste sammelt sich Seegras. Unter Wasser ist die Sicht durch den Wellengang schlechter. Dafür ist die Zeit gut zum Wandern, Segeln und Windsurfen, und geschützte Strände wie Beau Vallon sind dann oft ruhig.
  • Übergangsmonate April/Mai und Oktober/November: Zwischen den beiden Windsystemen ist die See am ruhigsten und die Sicht beim Schnorcheln und Tauchen am besten. April gehört mit etwa 31 °C zu den heißesten Monaten.

Unterm Strich sind April bis Mai und Oktober die ausgewogensten Monate. Juni bis September eignet sich, wenn dir trockenes Wetter wichtiger ist als eine ruhige See. Ab November wird es spürbar feuchter. Große saisonale Preisunterschiede gibt es kaum, außerhalb der europäischen Ferien ist es aber günstiger.

Anreise & unterwegs vor Ort

Internationale Flüge landen am Seychelles International Airport (SEZ) auf Mahé, nicht weit von der Hauptstadt Victoria. Die reine Flugzeit ab Deutschland liegt bei rund 10,5 Stunden. Je nach Verbindung kommt ein Umstieg dazu.

  • Taxi: Meist ohne Taxameter, also Preis vorher vereinbaren. Für rund 20 Minuten Fahrt, etwa vom Flughafen zum Hafen, werden ca. 35 € genannt (Stand 2025).
  • Bus: Die staatlichen SPTC-Busse fahren auf Mahé und Praslin und kosten ca. 12 bis 15 Rupien (SCR) pro Fahrt. Bezahlt wird mit einer aufladbaren Karte, Bargeld wird im Bus nicht angenommen. Für Urlauber gibt es eine Besucherkarte für ca. 165 SCR. Für großes Gepäck sind die Busse nicht gedacht.
  • Mietwagen: Kleinwagen gibt es auf Mahé und Praslin ab ca. 35 bis 60 € pro Tag (Stand 2025). Es herrscht Linksverkehr, die Straßen sind schmal und kurvig, oft mit tiefen Gräben am Rand. Ein Automatikgetriebe macht das Fahren leichter.
  • Fähren: Die Katamarane von Cat Cocos verbinden die Hauptinseln. Mahé–Praslin dauert etwa eine Stunde und kostet ca. 60 €, Praslin–La Digue etwa 15 Minuten für ca. 20 €, Mahé–La Digue direkt ca. 75 € (Stand 2025).
  • Inlandsflüge: Air Seychelles fliegt in 15 bis 20 Minuten von Mahé nach Praslin.
  • Fahrrad: Auf La Digue ist das Rad das wichtigste Verkehrsmittel. Die Miete kostet ca. 10 € pro Tag.

Die schönsten Orte & Sehenswürdigkeiten

  • Anse Source d'Argent (La Digue): Der meistfotografierte Strand des Landes mit riesigen Granitfelsen und flachem, türkisfarbenem Wasser. Der Zugang führt über die L'Union Estate, eine alte Kokos- und Vanilleplantage mit Riesenschildkröten und Kopramühle. Das Tagesticket kostet ca. 150 SCR (rund 10 €, Stand 2025), nach 16:30 Uhr gekauft gilt es auch am Folgetag. Komm früh, denn ab etwa 10 bis 11 Uhr wird es voll. Bei Ebbe ist das Wasser sehr flach, bei Flut kannst du besser schwimmen.
  • Vallée de Mai (Praslin): Der Palmenwald ist seit 1983 UNESCO-Welterbe und Heimat der Coco-de-Mer. Geöffnet ist täglich von 8:30 bis 16:30 Uhr, Einlass bis 15:30 Uhr. Der Eintritt kostet 450 SCR und kann auch in Euro oder per Karte bezahlt werden. Die Rundwege sind etwa 1,5 bis 4 Kilometer lang, plane rund zwei Stunden ein. Den scheuen Vasapapagei hörst du meist eher, als dass du ihn siehst.
  • Anse Lazio (Praslin): Die Bucht im Nordwesten von Praslin gilt als einer der schönsten Strände des Landes. Ein Korallenriff schützt sie nicht, deshalb kann der Wellengang kräftiger sein. Seit 2024 sind motorisierte Wassersportarten hier verboten.
  • Beau Vallon (Mahé): Der wohl beliebteste Strand auf Mahé, mit Hotels, Restaurants und Tauch- und Schnorchelangeboten. Zur Zeit des Südost-Passats ist er meist geschützt, von Oktober bis April kann die Brandung stärker sein.
  • Victoria und der Markt (Mahé): In der kleinen Hauptstadt lohnt sich vor allem der Sir Selwyn Selwyn-Clarke Market mit frischem Fisch, tropischen Früchten und Gewürzen. Am besten gehst du vormittags hin.
  • Bergland um den Morne Seychellois (Mahé): Das grüne Hochland im Inselinneren ist ein Rückzugsort für viele Vogelarten. Wandern kannst du hier am angenehmsten in den trockeneren, windigeren Monaten.

Essen & Trinken

Die kreolische Küche lebt von Fisch, Kokos, Gewürzen und Tropenfrüchten. Typisch sind Kari Koko (Kokos-Curry), Oktopus-Curry, gegrillter Fisch mit Knoblauch, Ingwer und Chili, Satini aus geriebener grüner Papaya, geröstete Brotfrucht und frittierte Kochbananen. Dazu trinkt man ein Seybrew-Bier oder den heimischen Takamaka-Rum. Die Currys sind oft scharf, du kannst aber nach Chili als Beilage fragen.

  • Take-aways: Die kleinen Imbisse werden meist von Einheimischen geführt und sind die günstigste Möglichkeit, satt zu werden. Warme Gerichte wie Fisch in kreolischer Soße mit Reis kosten meist ca. 5 bis 10 € (Stand 2025).
  • Marie Antoinette (Victoria): Das Restaurant serviert seit 1972 in einem alten Kolonialhaus ein festes kreolisches Menü mit vielen kleinen Gerichten. Dazu gehören etwa Papageifisch im Teigmantel, Thunfisch, Auberginen-Beignets und Hühnercurry. So probierst du viele Klassiker auf einmal und zahlst dabei vergleichsweise wenig.
  • Sir Selwyn Selwyn-Clarke Market (Victoria): Hier kaufst du Fisch, Obst und Gewürze, wenn du selbst kochst.
  • La Plaine St André (Mahé): Auf dem Gelände der alten Zuckerrohrplantage im Südosten von Mahé brennt die Destillerie Trois Frères den Takamaka-Rum. Außerdem gibt es ein Restaurant mit lokaler Küche und einen Kräutergarten.

Restaurants mit Meerblick kosten deutlich mehr. Supermärkte sind teuer, weil fast alles importiert wird.

Geheimtipps & was Reisende empfehlen

  • In Reiseblogs wird oft empfohlen, an der Anse Source d'Argent bis zum Sonnenuntergang zu bleiben, denn dann sind die Tagesgäste weg und der Strand wird ruhig.
  • Wer sparen will, bucht eine Unterkunft mit Küche und kombiniert sie mit Take-aways und Obst vom Markt. Frische Früchte sind günstig, Importware im Supermarkt dagegen nicht.
  • Fischer verkaufen ihren Fang oft direkt an der Straße. Traditionell kündigt ein Muschelhorn an, dass frischer Fisch da ist.
  • Nimm Badeschuhe mit, denn zwischen Felsen und Korallen gibt es Steinfische und Seeigel.
  • Wähle den Strand nach der Saison: Im Südost-Passat sind die Nordwestküste von Mahé und geschützte Buchten die bessere Wahl, im Nordwest-Monsun meidest du besser Praslins Côte d'Or (Seegras) und die brandungsreiche Nordwestküste Mahés.
  • An abgelegenen Stränden solltest du nicht allein schwimmen, und abends sind unbeleuchtete Wege keine gute Idee.

Kosten & Budget

Die Seychellen gehören zu den teureren Fernzielen. Richtwerte (Stand 2025):

  • Essen: Take-away ca. 5 bis 10 €, Restaurants schnell ein Vielfaches.
  • Transport: Bus ca. 12 bis 15 SCR (etwa 1 €), Mietwagen ca. 35 bis 60 € pro Tag, Fahrrad ca. 10 € pro Tag, Fähre Mahé–Praslin ca. 60 €.
  • Eintritte: Vallée de Mai 450 SCR, L'Union Estate ca. 150 SCR.
  • Unterkunft: Gästehäuser und Selbstversorger-Apartments sind am günstigsten, Strandresorts deutlich teurer. Buche früh.

Praktische Tipps

  • Geld: Die Währung ist die Seychellen-Rupie (SCR). Auf Mahé, Praslin und La Digue gibt es Geldautomaten, und in vielen Restaurants, Cafés und Supermärkten kannst du mit Karte zahlen. Geldautomaten bieten meist einen guten Wechselkurs.
  • Trinkgeld: Oft ist schon eine Servicegebühr von 5 bis 10 Prozent auf der Rechnung. Wenn nicht, sind 5 bis 10 Prozent bei gutem Service üblich, eine Pflicht gibt es nicht.
  • Strom: 240 Volt mit britischen Steckdosen (Typ G). Für deutsche Stecker brauchst du einen Adapter.
  • Sprache & Zeit: Gesprochen werden Seychellen-Kreol, Englisch und Französisch. Die Uhren gehen gegenüber Deutschland im Winter drei Stunden vor, im Sommer zwei.
  • Kleidung & Sonne: Leichte Kleidung reicht, die UV-Strahlung ist aber auch bei Wolken stark.
  • Internet: Außerhalb der EU kann Roaming teuer sein. Prüfe deinen Tarif oder nutze eine lokale SIM- oder eSIM-Karte.
  • Einreise & Sicherheit: Vor der Reise ist eine Online-Reisegenehmigung (Travel Authorisation) nötig, außerdem können Gebühren oder Abgaben anfallen. Die Regeln ändern sich, prüfe deshalb vor der Buchung die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts. Die Inseln gelten als relativ sicher. Lass aber keine Wertsachen am Strand liegen und meide nachts einsame Orte.

Fazit

Die Seychellen passen zu dir, wenn du spektakuläre Strände, Natur und Ruhe suchst und dafür mehr ausgeben willst. Ideal ist das Ziel für Paare, Schnorchler, Wanderer und Inselhopper. Wer Nachtleben oder ein günstiges Strandziel sucht, ist anderswo besser aufgehoben.

Orte aus diesem Reiseführer

  1. 01
    Anse Source d'Argent Strand · La Digue

    Zugang über L’Union Estate (ca. 150 SCR, Stand 2025); früh oder zum Sonnenuntergang kommen

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  2. 02
    Vallée de Mai Sehenswürdigkeit · Praslin

    UNESCO-Palmenwald mit Coco de Mer; 8:30–16:30 Uhr, 450 SCR

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  3. 03
    Anse Lazio Strand · Praslin (Nordwesten)

    Granitfelsen, kein Riffschutz – auf Wellengang achten

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  4. 04
    Beau Vallon Strand · Mahé (Nordwesten)

    Beliebtester Strand Mahés, im Südost-Passat meist geschützt

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  5. 05
    Morne Seychellois Sehenswürdigkeit · Mahé (Hochland)

    Grünes Bergland zum Wandern, am besten in den trockeneren Monaten

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  6. 06
    Sir Selwyn Selwyn-Clarke Market Restaurant · Victoria, Mahé

    Markt mit Fisch, Obst und Gewürzen – vormittags am lebhaftesten

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  7. 07
    Marie Antoinette Restaurant · Victoria, Mahé

    Kreolisches Festmenü seit 1972 in einem alten Kolonialhaus

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  8. 08
    La Plaine St André (Takamaka Rum) Restaurant · Au Cap, Mahé

    Historische Plantage mit Rum-Destillerie und Restaurant

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Quellen & weiterführende Links (12)Aufklappen
  1. Expert Africa – Seychelles weather, climate & seaweed expertafrica.com
  2. SeyVillas – Best travel time Seychelles seyvillas.com
  3. SeyVillas – Local transfers (Bus, Taxi, Mietwagen, Fähre) seyvillas.com
  4. SeyVillas – L'Union Estate, La Digue seyvillas.com
  5. Seychelles Islands Foundation – Vallée de Mai sif.sc
  6. Northabroad – How to visit Anse Source d'Argent northabroad.com
  7. Finding the Universe – Traditional Creole food of Seychelles findingtheuniverse.com
  8. wolkenweit – 18 Reisetipps für die Seychellen wolkenweit.de
  9. Wikivoyage – Seychelles en.wikivoyage.org
  10. Wikipedia – Anse Lazio en.wikipedia.org
  11. Wikipedia – La Plaine St. André en.wikipedia.org
  12. Auswärtiges Amt – Reise- und Sicherheitshinweise auswaertiges-amt.de

Alle Angaben sorgfältig recherchiert, aber ohne Gewähr. Preise sind Richtwerte, Öffnungszeiten und Einreisebestimmungen können sich ändern – aktuelle Sicherheits- und Einreisehinweise findest du beim Auswärtigen Amt.